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Februar Anlass 2026

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Back to the Roots statt Dauerberieselung

Referent:  Benjamin Fischer, Nationalrat

Wenn man die KI fragt, ob am Fernsehen «etwas Gutes kommt», antwortet diese: «Ja, Fernsehen kann Gutes bewirken, indem es Wissen vermittelt, die Stimmung hebt (z.B. bei Naturdokus), gegen Einsamkeit hilft und Entspannung bietet, aber es birgt auch Risiken bei übermässigem Konsum wie Bewegungsmangel, kognitive Einbussen und die Gefahr falscher Wertevermittlung, weshalb bewusste Auswahl und zeitliche Begrenzung entscheidend sind».

Benjamin Fischer, SVP-Nationalrat und Mitglied im Initiativ-Komitee der eidgenössischen Volksinitiative SRG-Initiative «200 Franken sind genug» sieht das vermutlich eher differenzierter. Er und seine Mitinitianten wollen die staatliche SRG in Zukunft zurück zu ihrem eigentlichen Kernauftrag bringen – also statt «back to the future» eher «back to the roots». Darunter versteht der Vorstoss zum Beispiel die Einschränkung von Radiosendern, die eine direkte Konkurrenz zu bestehenden privaten Angeboten darstellen, oder weniger TV-Produktionen, die nicht zum «Service public»-Auftrag gehören.

Dieses Ziel soll – ganz in bürgerlich-politischer Manier – durch eine deutliche Senkung der Radio- und Fernsehgebühren erreicht werden. Dabei sollen auch die Unternehmen von der Abgabe befreit werden. Die Abstimmungsvorlage trägt deshalb auch den Übernamen «Halbierungsinitiative».

Am 8. März 2026 wird dem Stimmvolk somit die Frage gestellt: «Wieviel Service public braucht die Schweiz?» oder vielmehr: «Soll dieser nicht mehr als 200 Franken pro Haushalt kosten?» Die Befürworter sprechen von Entlastung für die Bevölkerung und die Wirtschaft und die Gegner warnen vor einem massiven Abbau beim Service public und einer Gefährdung der Medienvielfalt.

Ein einfacher Fernsehzuschauer dagegen könnte sich so beim abendlichen Rumzappen tatsächlich manchmal fragen, ob das durch die SRG Dargebotene seinen Preis wert sei. Und ob eine Halbierung überhaupt noch möglich wäre…? Vielleicht hat die KI doch recht, und die zeitliche Begrenzung ist entscheidend? Wie früher, Sendeschluss ab 24 Uhr, statt Wiederholung der Schlagerparade und «Shaolin Challenge»?

Der Februar-Gast bei den Zünftern zum Stauffacher wurde 2022, im zarten Alter von gut dreissig Jahren, in den Nationalrat gewählt und ist dort Mitglied der staatspolitischen Kommission und Mitglied der Geschäftsprüfungskommission. Politisch ist er «von der Pike auf SVPler»: 2007 in die Junge SVP eingetreten und danach in den Orts- und Bezirksparteien weitergekommen. Wohl deshalb wurde er 2015 als jüngstes Mitglied in den Zürcher Kantonsrat gewählt. Zudem hatte er schon das Amt des Präsidenten der SVP des Kantons Zürich inne und gehört mittlerweile zur Parteileitung der SVP Schweiz. Vielleicht wegen seiner praktischen Erfahrungen wurde ihm dort das Ressort Familien- und Gesellschaftspolitik anvertraut.

Er wohnt in der Unterländer Gemeinde Oberweningen, ist Betriebsökonom FH, und – wie erwähnt nicht erstaunlich – verheiratet und Vater von drei Kindern.

Nach dem Chef des Nebelspalters tritt nun ein Gebührenrappenspalter vor die Zünfter am Stauffacher. Seien wir gespannt auf einen aktiven Politiker, welcher die Gebühren halbieren will und damit die Meinungen zur SRG spaltet!