Zum Inhalt springen

Januar Anlass 2026

Registrierungen geschlossen
Europe/Zurich
Zum Kalender hinzufügen:

Tradition bewahren. Zukunft gestalten.

Referent:  Roberto Martullo,  CEO Künzli Swiss Schuh AG

Viele Schweizer Medien verbreiteten vor ungefähr einem Jahr eine frohe Kunde: «Roberto Martullo rettet die Schweizer Schuhmarke Künzli!» Damit verhindere er die Schliessung eines Aargauer Traditionsunternehmens, für welches (fast) keine Nachfolgeregelung gefunden worden wäre. Dies wäre dann auch das Ende der Kultschuhe mit den fünf Streifen gewesen und alle Angestellten in Windisch hätten ihre Jobs verloren.

Bild von Roberto Martullo, CEO von Künzli Schuh, sitzend auf einem Stuhl mit einem seiner Schuhe in der Hand

Und wer beim Namen «Martullo» stockt: Ja, der Käufer ist der Ehemann von Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher. Doch dies sei nur aus Versehen geschehen. Eigentlich wollte Roberto nur einen Ausflug in die Rivella-Fabrik organisieren. Doch die dortige Marketingleiterin wimmelte ihn ab – und hollywoodreif: Daraus wurde Liebe! Die Marketingleiterin war ihm am Telefon sofort sympathisch und er verabredete sich für ein gemeinsames Mittagessen. «Ich habe den Namen nicht richtig verstanden – und dachte, sie heisse Magdalena Bloch.» Nach ein paar Dates (bei welchen man schnell beim «Du» gelandet war) wollte er seine neue Bekanntschaft zu einem grossartigen Event eingeladen und fragte: «Wir haben einen guten Anlass, Christoph Blocher tritt auf. Hast Du auch Lust, mitzukommen?» Ihre – heute für uns – nicht ganz unerwartete Antwort war: «Sicher nicht, ich gehe doch nicht an einen Anlass, um meinem Vater zuzuhören.» Es kann somit glaubhaft nachgewiesen werden, dass die beiden nicht wegen der berühmten Brautfamilie zusammenfanden…

Doch zurück zum Kernthema: Die bisherige Besitzerin der Künzli Schuhe, Barbara Artmann, zeigte sich verständlicherweise über die sich abzeichnende Lösung für Ihr Unternehmen sehr erleichtert: «Das ist der beste Tag meines Lebens - es ist wunderschön. Künzli und die Errungenschaften von fast 100 Jahren Schuhgeschichte leben weiter.» Aber auch für den neuen Inhaber war der Kauf der Schuhmarke offenbar eine Herzensangelegenheit: «Als Teenager habe ich viel Fussball gespielt und Leichtathletik betrieben – da gab es neben Puma und Adidas nur Künzli als gute Alternative.» Deshalb habe es ihn berührt, vom Ende der Kultmarke zu hören. «Da habe ich mir gesagt: Wenn ich Künzli retten kann, dann mache ich das auch.» Im Dezember 2024 erfolgte die Gründung einer (neuen) Künzli SwissSchuh AG als Nachfolgeunternehmen der 1964 gegründeten, alten und gleichnamigen Gesellschaft. Die Künzli-Schuhe blicken jedoch auf eine noch längere Tradition zurück.

Vermutlich wie seine Schwägerin Miriam Baumann-Blocher, welche die Basler Läckerli nur vom eigenen Genuss gekannt haben dürfte, habe er – ausser selbst Schuhe zu tragen – nicht viel Wissen über die Branche mitgebracht. Eine gewisse Affinität sei ihm jedoch möglicherweise buchstäblich in die Wiege gelegt worden, denn seine Eltern waren jahrzehntelang in der Schuhbranche tätig.

Bekannt ist Künzli vor allem für seine Sportschuhe wie Golf-, Trekking- und Schwinger-Schuhe. Noch nicht allzu lange gehören auch Sneakers mit den charakteristischen fünf Streifen zum Sortiment. Zur neuen Firmenstrategie gehört offenbar eine sichtbarere Präsenz in den Schweizer Innenstädten. 50 Schritte von der Bahnhofstrasse entfernt, im Schatten der Fraumünster-Kirche, eröffnete der Gast der Zünfter vom Stauffacher einen ersten Flagship-Store und kurz danach einen weiteren in Luzern. Damit gibt’s an diesen von internationalen Gästen stark frequentierten Verkaufsstandorten immerhin eine Schweizer Marke mehr.

Mit seiner Ehefrau betreibt er nicht nur mehr als Seven Thinking Steps, sondern hat auch drei Kinder grossgezogen und wohnt in Feldmeilen sowie in der Bündner Lenzerheide.

Freuen wir uns darauf, mehr über die bekannten Kultschuhe und eine sicher nicht alltägliche Lebensgeschichte zu hören sowie vielleicht zu erfahren, wie ein Teil der Blocher-Dynastie durch’s Leben geht.